Das Licht der Wahrheit - Juni 19

Das Licht der Wahrheit

Diesen Monat widmen wir uns dem Thema wie wir aus dem Kreislauf des immer alles wollen, dem nicht zufrieden sein, dem Ich-denken rauskommen. Möchten wir dies überhaupt und weshalb?

Wenn wir etwas wollen und dann kriegen, dann sind wir kurzzeitig zufrieden, oder haben einen kleinen Glückskick. Wenn wir es nicht kriegen, dann sind wir unzufrieden oder fallen gar in ein emotionales Tief.

Meiner Ansicht nach, erreichen wir damit jedoch keinen dauerhaften zufriedenen Seins-Zustand. Vielleicht hast du mal einen Augenblick erfahren, indem du nichts wolltest. War dieser Zustand nicht wunderbar? Wäre dies nicht unglaublich schön, dauerhaft zu erfahren?

Die Schriften,  wie die Upanshiad und die Bhagavad Gita geben uns Richtlinien mit welchen Qualitäten wir unseren Geist reinhalten können. Mit Yoga streben wir den Zustand von Freiheit, Friede und Glück an. Dieser Zustand können wir erreichen, aber wir müssen uns anstrengen. Dieser Zustand ist sattvisch-(klar, gütig, harmonisch). Wir werden mit drei Gunas (Eigenschaften) von Maya (Illusion, Schleier der die Wahrheit verhüllt) geboren:

Sattva: Glück, Zufriedenheit, das Reine, Leichtigkeit, Ruhe
Raja: Aktivität, angeregte Sinne, Gier, Anhaftung, Arroganz
Tamas: Trägheit, Verwirrung Abneigung, Unvernüftig, stur, Gewalt

Eines dieser Gunas ist jeweils vorherrschend von Geburt an. Damit wir Atman und schlussendlich Brahman in uns entdecken können, ist es unser Ziel die sattvischen Eigenschaften zu nähren.

Wenn wir den Geist kontrollieren lernen, und uns mehr den sattvischen Qualitäten zuwenden, wird der Geist ruhig und klar.

Demut, Bescheidenheit, Geduld, Sachlichkeit, nicht-anklammern an Menschen oder Dinge, das sind ein paar dieser Eigenschaften.

Diesen Monat können wir zum beobachten unseres Geistes nutzen. Sei experimentierfreudig, leicht. Probiere aus, wie und wann dein Geist vermehrt aktiv ist in einem Guna. Und fördere wenn du magst die sattvischen Qualitäten. Ich finde es sehr spannend, wenn mir das vorherrschende Guna bewusst wird, und ich manchmal durchaus nur schon durch das Beobachten und Erkennen der vorherrschenden Eigenschaft, in der Lage bin, aktiv einzugreifen und mich mehr den sattvischen Qualitäten zuwende.n

nadine widmer